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Kritische Töne Richtung MachtGau-Arbeits-Tagung-2014

Chöre in Hohenlohe treffen sich zu einer Arbeitstagung in Niederstetten


Die Chöre in Hohenlohe trafen sich zu einer Arbeitstagung des Chorverbands Hohenlohe. Zu hören war bei der Tagung auch Kritik an der Landesregierung.


Niederstetten. Zu Gast im Niederstettener Kult war der Chorverband Hohenloher Gau mit Delegierten aus den rund 80 Mitgliedsvereinen im Verbandsgebiet zwischen Stimpfach (Nordbereich) und Edelfingen (Südbereich), also aus den Altlandkreisen Crailsheim und Bad Mergentheim. Im Zwei-Jahresrhythmus finden die Arbeitstagungen mit Sachthemen, Fragen zur Aktualität und Zukunft mit Vertretern aus Vorstand und Beirat des Verbandes und Vertretern der Hohenloher Gesangvereine statt.


In Niederstetten konnte Verbandsvorsitzender Gerhard Hauf als Sachkenner der übergeordneten Chorverbände (Schwäbischer und Deutscher Chorverband), den Präsidenten des Schwäbischen Chorverbandes Stuttgart, Dr. Eckhart Seifert, zu einem Impulsreferat begrüßen. Gastgeber war der örtliche Liederkranz Niederstetten.


„Die Stimmung im Schwäbischen Chorverband ist gut“, stellte Gerhard Hauf fest. Wenn man auf die Mitgliederentwicklung der letzten Jahre blicke, so lasse sich feststellen, dass es heute im Verband gut 100 Chöre mehr gebe als vor 50 Jahren. „Natürlich gibt es jährlich bis zu 15 Chöre, die ihre Chorarbeit einstellen.“ Demgegenüber stünden in gleicher Anzahl neue Chöre, die sich mit anderer Ausrichtung in die große Chorgemeinschaft des Schwäbischen Verbands einbinden.


„Chöre werden kleiner, gemessen an der Zahl ihrer aktiven Mitglieder.“ Seifert bot Gedankengänge an, die helfen sollen, positiv in die Zukunft zu schauen. Überall, wo ein Wille zum Weitermachen in den Chören spürbar, wo Leben ist, da fänden sich auch Wege. Aufgeschlossen gegenüber Neuem sein, auch für all das, was die Jugend möchte, was ihr Ding ist und was sie braucht. „Noch stärker als bisher auf Kooperationen, mit Kinder- und Jugendchören, oder zwischen Schule und Verein setzen.“ All dies brauche auch finanzielle Investitionen und die Bereitschaft dazu. Besondere Events der Chormusik, wie Musicals oder ähnliche Veranstaltungen könnten neue Freunde für die Chormusik erschließen. Wie der eingangs gesungene Kanon unter Leitung von Verbandschormeister Hermann-Josef Beyer es ausdrückt: „Singen macht Spaß, Singen tut gut. Singen macht munter und Singen macht Mut.“ Vereine, die neue Wege suchen, ermuntert Präsident Dr. Seifert dazu, mit externer Unterstützung, mit neu verfügbaren Vereinscoaches sich Hilfestellung zu organisieren.


Mit einem eher trockenen, aber auch existenziell wichtigen Thema, der Vereinsverwaltung, beschäftigten sich die Teilnehmer dann ausführlich. Mit großer Mehrheit stimmten die Delegierten hinsichtlich Präsentation und Außenwirkung der Hohenloher Chöre für die weitere Durchführung der Chorfestreihe „Singendes Hohenlohe“, die immer bei ungerader Jahreszahl im Zweijahresrhythmus veranstaltet wird. Nach Veranstaltungen in Bad Mergentheim und Langenburg (2013) folgt im Jahr 2015 das große Chorfest wieder in einer Gemeinde der Region.


Die Präsentation der „Jungen Chorwelt“, die 2013 in Markelsheim Premiere hatte, wird fortgeführt noch in diesem Jahr im Oktober in Crailsheim und dann folgend 2016 und 2018. Interessierte Städte und Gemeinden können gerne mit dem Gauvorstand Kontakt aufnehmen. Der Chorverband und seine Vereine wollen zudem in eine Fortbildungsreihe für Erzieherinnen und Erzieher in den Kindergärten der Region investieren. Noch in diesem Jahr folgen hierzu die entsprechenden Ausschreibungen an die Kindergartenträger und die Einrichtungen direkt. Aber auch die Chöre selbst sollen fit bleiben. Der Verband erwägt hierzu die Neuauflage eines Orientierungs-Singens mit Beratungsangeboten für die Chöre.


Zum Schluss formulierten die Delegierten einen Protest an die Landesregierung und generell an die politisch Verantwortlichen im Land: „Es kann und darf nicht sein, dass den Vereinen durch Kürzungen in der Förderpraxis wichtige Grundlagen für all das ehrenamtliche Engagement wertvoller, kultureller Arbeit entzogen wird. Hier muss ein Umdenken folgen.“ TZ

 

   
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