Musik Auf Einladung des Liederkranzes Jagstheim haben am Samstagabend fünf Chöre das Publikum in der Jagstauenhalle restlos begeistert. Von Hans-Peter König

DeaChor 2026 06 13 klRund zwei Dutzend schwungvolle Lieder standen auf dem Programm der „Chorparty 2.0“ in der Jagstauenhalle in Jagstheim, zu der der Liederkranz Jagstheim seinen eigenen „Der etwas andere Chor“ und die „Hit Kids Jagstheim“, den „Frohsinn Hummelsweiler“, „Enjoy Gröningen“ und die „Liedertafel Lendsiedel“ eingeladen hatte. Sie alle erfreuten das zahlreiche Publikum mit ihren gekonnten Darbietungen so, dass es sich mit Bewegungen, Mitsingen und stetig großem Beifall nicht zurückhalten konnte. Nach der charmanten Begrüßung durch Jasmin Müller eröffnete unter der bewährten Leitung von Magdalena Dratwa „Der etwas andere Chor“ die Chorparty mit der OhrwurmMelodie des Kultschlagers „Lass die Sonne in dein Herz“ – mitreißend. „So soll es bleiben“, einer der bekanntesten Hits des Pop-Duos Annette Humpe und Adel Tawil, hat sich zu einer Hymne auf das Lebensglück entwickelt und bestach ebenfalls mit gefälliger Tonfolge.

Dies gilt auch für „Cover Me in Sunshine“, einen fröhlichen Popsong, den Pink und ihre Tochter Willow Sage Heart weltweit bekannt gemacht haben und den Magdalena Dratwa für ihren Chor arrangiert hat. Energiegeladene „Hit Kids“ Energiegeladenen Deutsch-Pop präsentierte die Dirigentin auch am Piano mit ihren „Hit Kids“, die sie mit „Chöre“ einen der erfolgreichsten Songs von Mark Forster singen ließ. An Kinder und Erwachsene richtete sich der Mutmacher-Song „Der tollste Tag deines Lebens“ des rappenden Nashorns DIKKA, hinter dem der Berliner Hip-Hop-Musiker Simon Müller-Lerch alias Sera Finale steckt. Im Gegensatz zu ihren rasanten Party-Hits hat die Schweizer Band „Fässchtbänkler“ mit „Für dich“ einen gefühlvollen Popschlager geschrieben. Hier waren diverse Kids auch solistisch tätig. Alle Titel, die Ann-Kathrin Holtschlag und Judith Schock (verhindert) mit eingeübt hatten, wurden sehr bewegungsintensiv und mit Klavierbegleitug durch Magdalena Dratwa dargeboten. Den ABBA-Klassiker „Danke für die Lieder“ gab der „Frohsinn Hummelsweiler“ kraftvoll zum Besten. Freundschaft, Unvergänglichkeit, und Freiheit thematisiert die Band „Revolverheld“ mit „Das kann uns keiner nehmen“ als Deutsch-Pop, dessen hymnischer Refrain zum Mitsingen animierte. „I sing a Liad für di“ war 2011 der Durchbruchshit des Österreichers Andreas Gabalier, der traditionelle Volksmusik mit moderner Rock- und Popmusik zusammenbringt. Der Song wurde ebenfalls kraftvoll in steirischer Mundart wiedergegeben. Auch „Du hast mich tausendmal belogen“ aus dem Jahre 2001 von Andrea Berg ist absoluter Kult. Mit seiner Ohrwum-Melodie und dem Inhalt (Liebeskummer und Enttäuschung) spricht der Song quasi jeden an. Gaby Nitsch und Alfred Förstner wechselten sich in diesem Teil gekonnt bei je zwei Titeln mit dem Dirigieren ab. Gelungene Performance Mit „Schau mal herein“, der deutschen Version des Welthits „Stumblin‘ In“ mit seiner romantischen Flirt-Atmosphäre, eröffnete Liliana Torodova, die diverse Titel am Klavier begleitete, mit „Enjoy Gröningen“ swingend die gelungene Performance. Die Komposition „What a Wonderful World“ von George David Weiss, der Louis Armstrong 1967 zur Unsterblichkeit verholfen hat, spiegelte mit seinem wiegenden langsamen Rhythmus Friedlichkeit und Zukunftshoffnung wider. Vom Frontmann Sting der britischen Rockband „The Police“ stammt ihr erfolgreichster Titel „Every Breath You Take“ und kündet von übertriebener Eifersucht, die durch musikalische Melancholie versinnbildlicht wurde. „Bonse Aba“ als feierliches christliches Volkslied aus Sambia lässt sich mit „Alle, die ihn empfangen“ oder „Alle, die singen“ übersetzen und bildete mit seiner afrikanischen Stilistik einen tollen Kontrast zu den vorigen Stücken. Nach der Pause brachte die „Liedertafel Lendsiedel“ unter Rebekka Böck erneut einen Song von „Revolverheld“ zu Gehör: In dem treibenden Rhythmus von „Lass uns gehen“ kam Aufbruchssehnsucht dynamisch zum Ausdruck. Der von Lorenz Maierhofer arrangierte Hit „Rote Lippen soll man küssen“ ließ sicherlich mancherlei Erinnerungen an die 1960er-Jahre wach werden. Auf einem Gospel-Lied basiert ein weiterer Klassiker dieser Zeit: In „Stand by Me“ werden Freundschaft, Treue und Zusammenhalt musikalisch sehr effektvoll beschworen. Nenas erster Solo-Erfolg „Wunder gescheh’n“ vermittelt trotz persönlicher Tragik – ihr Sohn verstarb bald nach seiner Geburt – eine Botschaft der Hoffnung, die musikalisch nach melancholischen Klängen zu einer kraftvollen Steigerung führte. Als einer der erfolgreichsten Pop-Rap-Hits aus den 2010er-Jahren wurde „Lila Wolken“ bekannt, in dem es um das unbeschwerte Lebensgefühl einer durchfeierten Nacht geht. Die effektvollen Songs wurden von Adam Cloer mit Gitarre und Rhythmus-Instrumenten begleitet. Mit Heinz Rudolf Kunzes „Dein ist mein ganzes Herz“, Adeles „Rolling in the Deep“, „Ich kann nur den Refrain“ der „Wise Guys“ und Mark Forsters „Sowieso“ lief auch „Der etwas andere Chor“ noch einmal zu Hochform auf und verabschiedete sich beifallsumtost mit Helene Fischers „Ich will immer wieder“ und dem Sonnen-Eingangslied als Zugaben.