06 Februar

Am 19. Dezember 1807 wird in Crailsheim Johann Christoph Heinrich B o c k, als Sohn des Strumpfstrickers Johann Jakob Bock und der Maria Barbara einer geborenen Bullinger geboren. Er wird Kronenwirt in Jagstheim, war aber ursprünglich Unterlehrer in Jagstheim.
Er ist der Begründer des Jagstheimer L i e d e r k r a n z e s 1828.
Am 13. Mai 1840 heiratet er in Jagstheim, Eva Maria Bauer, Tochter des Johann Leonhard Bauer - Schultheiß und Bauer - und der Eva Katharina einer geb. Rupp. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor.
Das 1. Kind, Adolf, geb. April 1841 stirbt 1841
Das 2. Kind, Marie geb. 3.6.1842 heiratet 29.4.1862 Georg Martin Herrmann - Gutsbesitzer - und ab 1868 Kronenwirt zu Jagstheim
Das 3. Kind geboren und gestorben ein Jahr alt. Das 4. Kind, Pauline geb. 10. 6. 1846 besucht von 1859-61 das Töchterinstitut in Hall, heiratet am 20.5.1872 in Jagstheim, Carl Fuchs, Professor in Saargemünd.
Das 5. Bertha, ist geb. 10.6.1849 und konf, 1863 in Hall. Das 6. Kind, Christoph Herrmann geb, 8.5.1851 konf. 1865 hier. Über das fünfte und sechste Kind ist im Kirchenbuch nichts eingetragen.
Johann Christoph Bock, stirbt am 5. Januar 1868 hier, seine Witwe Eva Maria folgt ihm am 14, Oktober 1890 nach.

von G.M. HerrmannJagstheim im Januar 1902
Als Schriftführer und derzeit ältestes Mitglied des hiesigen Liederkranzes kann ich nicht umhin dem Protokoll-buch (resp. Chronik) des Vereins einen kleinen Rückblick auf vergangene Tage und Jahre beizufügen. Der Liederkranz ist der älteste Verein unserer Gemeinde. steht aber deswegen doch in unserer Mitte sangesfroh, lebenskräftig und jugendfrisch. Er wurde gegründet im Jahre 1828 von Männern die Freude an dem Gesange hatten, was auch ihre Leistungen zu damaliger Zeit bekundeten. 1858 war der Verein so stark geworden, dass er sich eine Fahne antrauen lassen konnte.
Manches Liebe und auch manches Leid hatte der Verein im Laufe der vielen Jahre erfahren, hat auch hie und da gekränkelt und sich seiner Existenz gefährdet fühlen müssen, kein Arzt schien ihm manchmal kommen wollen und er wird wohl sterben müssen hieß es; aber alles ist durch die Tüchtigkeit eines Mannes überwunden worden. Wo immer der rechte Mann sich findet, da geht es immer wieder.
Im September 1896 schaffte sich der Liederkranz eine neue Fahne an, welche dem Verein als Leitstern und Symbol der Einigkeit gelten soll.
Und nun lieber Liederkranz, wenn du auch vielleicht nicht oft einen Preis bekommst, wenn nur deine Lieder gefallen und mein Wunsch sich erfülle: Der Liederkranz Jagstheim wachse blühe und gedeihe.
Der Schriftführer
G.M. Herrmann zur Krone.

1828: Die Freiheitskriege gegen Napoleon ließen keinen Raum für Musik und Gesang. Doch als diese beendet waren, und sich in unserem Land langsam wieder Friedensverhältnisse einstellten, gründete der Jagstheimer Unterlehrer Christoph Bock am 24. Mai 1828 den Liederkranz. Zwei der Gründungsmitglieder sind heute noch bekannt: Georg Michael Lutz und Georg Martin Herrmann (sen.). Mit einem 8 Mann starken Quartett hat der älteste, noch existierende Verein in Crailsheim seine Arbeit aufgenommen. Weder ein Auto, noch selbst das heute schon aus der Erinnerung verschwundene Jagsttalbähnchen brausten damals durch unser Tal. Das Gründungsjahr fällt in die Zeit der deutschen Romantik. Kein Wunder, dass da Mendelsohn-Bartholdy mit seinen Liedern „O Täler weit, O Höhen“ und „Leise zieht durch mein Gemüt“ zu den meist gesungenen Liedern des allmählich sich entwickelnden Liederkranzes gehörten. Die Frau des Gründers Bock wurde 90 Jahre alt, er selbst wurde später Kronen-Wirt. Noch heute sind aus dieser Zeit die genannten Lieder lebendig.

1857: Aus vaterländischer Gesinnung heraus war es bei den damaligen Turn- und Gesangvereinen Sitte ge-worden, eine Fahne als Symbol der Einigkeit zu besitzen. Schier unglaublich klingt es, aber es ist wahr: zu Fuß holte ein hiesiger Bürger damals die erste Fahne in Ludwigsburg ab. Vielleicht hat der wackere Sangesbegeisterte auf dem langen Weg bei durstiger Einkehr sich noch manch anderes Fähnchen vo-rübergehend zugelegt? Der gleiche Ideaismus spricht aus mehreren vom Jahr 1829 erhaltene, säuberlich handgeschriebene Liederbücher. Die Fahnenweihe findet am Pfingstmontag 1858 mit Fahnenübergabe vor dem Schulhaus statt.. Von da bewegt sich der Sängerzug zum Festplatz (der Jakobsburg) zu. So stand es am 14.5.1858 im Amts- und Intelligenzblatt Bezirk Crailsheim geschrieben. Diese erste Fahne wurde 1998 liebevoll renoviert und ziert heute unseren Übungsraum.

1858: Feste Regeln hatte der Liederkranz schon immer. Hier ist die Bekanntmachung für eine Musikgesellschaft (Tanzveranstaltung) die am 16. Februar 1858 stattgefunden hat. Das Original ist in Sütterlin geschrieben und ist in unserer Fotoausstellung während der Festtage zu sehen.
Bitte beachten Sie die Schreibweisen … es sind keine Fehler.

1. Der hiesige Liederkranz gibt im Verein mit der Musikgesellschaft am 16. Februar d.J. eine Produktion verbunden mit Tanzunterhaltung.
2. Hiezu werden hiesige und auswärtige Freunde einer geselligen Unterhaltung eingeladen.
3. Jünglinge die das 16.Lebensjahr noch nicht hinter sich haben. ist der Eintritt verweigert.
4. Man erwartet, daß jeder Theilnehmer o. -in in anständiger Kleidung erscheint.
5. Wer glaubt sich in die vom Ausschusse erstellte Ordnung, deren Aufrechterhaltung u. man sich eifrigst angelegen sein lassen wird, nicht fügen zu können bleibe lieber weg, denn unwertige Leute werden ausgewiesen.
6. Für Mehrung der Vereinskasse, zum Zweck der Anschaffung einer Fahne wird für jedes Mitglied ein Eintrittsgeld von 6 krz. (Kreuzer) festgestellt.
7. Jeder, der am Tage sich betheiligen will, hat ehe er seinen Tanz beginnt, von dem vom Verein auf-gelegten Cassier ein Billet das z. 15 Kreuzer zu lohnen.
8. Freiwillige Mehrgaben zur Bereicherung unseres Fahnenfonds werden nicht zurückgewiesen, sondern sind herzlich willkommen.
9. Zuschauer werden im Saale keine geduldet und die Thüre des Saales bleibt verschlossen.
10. Gesungen darf außer vom Verein im Saale nicht werden.
11. Es darf von Niemanden ein Tanz bestellt oder verlangt werden.
12. In Beziehung auf die Aufeinanderfolgenden Tänze wird folgender Turnus, von dem nicht abgewichen werden kann. Zuerst kommt der Walzer, hierauf folgt der Galopp, auf diesen der Schottische, hierauf Polka, sodann Mazurka.
13. Treten viele Tanzliebhaber auf, so muß antheilig mit getanzt werden. Es wird erwartet, daß den Veranstaltungen der Tanzordner willig Folge geleistet wird.
14. Mit der Pfeife oder Cigarre im Mund darf nicht getanzt werden.
15. Die Produktion beginnt um 7 Uhr präcis und endet um 3 Uhr.
Jaxtheim 8. Februar 1858 Die Direktion
A. Abelein

1864: Nach außen war der Chor schon damals auf Eingliederung in die Landesorganisation - den Schwäbischen Sängerbund - bedacht: Bereits im Jahre 1864 wurden Beiträge an den Schwäbischen Sängerbund entrichtet.

1883: Das erste Fahnen-Jubiläum (25 Jahre) der alten Fahne fand 27. Mai 1883 vor dem Rathaus, auf dem Festplatz im Garten der Obermühle und im Saal der Krone statt. Dort wurde ein Jubiläums-Ball ausge-richtet. Die Einladung (rechts) ist am 24.5.1883 im Fränkischen Grenzboten erschienen.
1896: wurde dann die zweite, neue, heute noch aktuelle Fahne auf der Zugwiese festlich geweiht. Das abgebildete Programm ist eine Zeitungsanzeige wurde unter „Amtliche und Privat-Anzeigen“ im Fränkischen Grenzboten veröffentlicht.
1897: Der Chor nahm rege an auswärtigen Sängerfesten teil: 1897 in Crailsheim, 1898 in Ludwigsburg, 1901 in Hall und 1913 in Gerabronn, wo ein erster Preis ersungen wurde. Nicht immer war bei solchen Festen Fortuna den Sängern hold. In Ludwigsburg soll ein Regenguss die Schuld gehabt haben, in Hall fehlten im entscheidenden Augenblick: die Tenöre (sie sollen durch die hübschen Kellnerinnen ab-gehalten worden sein). So gäbe es noch manche kleine Anekdote zu berichten.

1924: Wie hier rechts zu sehen ist waren Feiern und Feste schon immer ein fester Bestandteil des Liederkranz Jagstheim. Es handelt sich hier um die Einladung zum Wald-Fest am 1.Mai 1924 im Gemeindewald Auberg.

1928 konnte der Liederkranz das hundertjährige Bestehen, verbunden mit dem 20. Gausängerfest, begehen. Lebhaft ist dieses wohlgelungene Fest der älteren Generation des Dorfes in Erinnerung. Rund 20 Vereine nahmen an dem damaligen Wertungssingen teil. Auch nach dem zweiten Weltkrieg pflegte der Chor Kontakte und Verbindung nach außen, wie Sänger-Kameradschaft (Rot am See, Satteldorf, Langenburg, Onolzheim und Altenmünster, Crailsheim). Seine Hauptaufgabe sah der Verein in der Mitarbeit am kulturellen Leben der Gemeinde. So hat er zu zahlreichen öffentlichen, wie auch privaten Anlässen, über Gräbern, am Traualtar und vor dem Hochzeitshaus vieler Jagstheimer gesungen. Die all-jährlich um die Weihnachtszeit stattfindende Jahresfeier war ein Höhepunkt im dörflichen Leben.

1952: Fast 125 Jahre lang war der Chor ein reiner Männerchor. Nicht zur Freude aller Sänger wurde 1952 ein gemischter Chor angegliedert und als solcher ist er bis heute aktiv.
Seit dieser Zeit sind viele Jahre vergangen. Der Chor besteht weiter und ist sowohl zahlen- wie auch leistungsmäßig bestrebt, das damals begonnene Werk fortzusetzen.
Wer wollte daran zweifeln, dass viel Belangloses in den Anfängen der Gründerjahre geschehen ist. Si-cher musste oft die ideelle Aufgabe dem Alltagsgeschehen den Platz überlassen. Doch der Kern im Verein ist nunmehr über fast zwei Jahrhunderte hinweg stark genug gewesen, um in der Hingabe an das Lied die Kraft zu finden, immer den richtigen Weg zu gehen. So war der Chorgesang in der damali-gen Zeit der ausgleichende Kraftspender. Er hat den Menschen über mannigfaltige Zeitströmungen hinweggeholfen. Vier Kriege sind über den Chor nicht ohne Spuren hinweggegangen. Der Liederkranz Jagstheim überstand traurige Stunden, erlebte aber auch viele schöne Stunden, Tage und Jahre.

1956: Der Liederkranz ist einer der ersten Vereine, der 1956 die hohe Auszeichnung „Zelterplakette” aus der Hand des Bundespräsidenten Heuss in Empfang nehmen durfte. Die „Konradin Kreuzer Tafel“ wurde dem Liederkranz im Jahr 2000 durch Ministerpräsident Erwin Teufel für eine über 150-jährige Sängertradition verliehen. Auf beide Auszeichnungen sind wir sehr stolz.

1978 feiert der Liederkranz Jubiläum „150 Jahre Liederkranz Jagstheim“. Das Festkonzert zeugte von einem lebendigen Jubelverein, der im 150. Jahr seines Bestehens eindrucksvoll sein Niveau demonstrierte, so schreibt das Hohenloher Tagblatt am Montag den 5. Juni 1978.

2003 ist der Liederkranz mit seinen 40 aktiven Sängerinnen und Sängern und über 160 passiven Mitglieder aus dem Leben in Jagstheim nicht mehr wegzudenken. Zu allen Zeiten musste sich der Verein aktiv um Nachwuchs bemühen. Das hat sich auch heute nicht geändert. Eine große Aufgabe ist die Gewinnung neuer Vereinsmitglieder und aktiver Sängerinnen und Sänger. Bei allen Dorfaktivitäten ist der Liederkranz gerne und fleißig dabei. Die Gemeinnützigkeit, wie sie unsere Satzung beschreibt, leben wir auch in Wirklichkeit. Neben festen Veranstaltungen wie unsere Winterfeier, Teilnahme am Frühlingskonzert, Herbstsingen sehen wir die Mitwirkung bei Gottesdiensten, Hochzeiten, Begräbnissen und Totenehrung ebenso als unsere Aufgabe. Der Liederkranz hat auch vielerlei interne Aktivitäten und gesellige Veranstaltungen zu denen alle Mitglieder immer ganz herzlich eingeladen sind. Unser Programm ist inzwischen sehr breit angelegt. Wir singen geistliche Stücke, Gospels, Volkslieder und weltliche Lieder, bis hin zum Schlager. Wir sind immer sehr bemüht den Geschmack unseres Publikums zu treffen aber auch dem Gedanken der einstigen Liedertafel gerecht zu werden. Dies tun wir unter unserem Motto:

Singen wird gemeinsam erst schön


Oberbürgermeister der Stadt Crailsheim und Schirmherren unseres 175. Vereinsjubiläums (2003) Herr Andreas Raab.

Liebe Mitglieder des Liederkranzes Jagstheim, sehr geehrte Damen und Herren,

der Liederkranz Jagstheim feiert in diesem Jahr sein 175-jähriges Bestehen. Zu diesem besonderen Jubiläum darf ich Ihnen allen persönlich und im Namen des Gemeinderates meine herzlichen Glückwünsche übermitteln. Ein Verein, der auf eine solch lange Tradition zurückblicken kann, hat allen Grund, stolz zu sein.

Seit vielen Generationen finden sich in Jagstheim Bürgerinnen und Bürger zusammen, um mit dem gemeinsamen Singen ihre Freizeit lebendig und sinnvoll zu gestalten und das kulturelle Leben in unserer Stadt zu bereichern. Trotz widriger Umstände und mehrerer Kriege ist es dem Verein in herausragender Weise gelungen, die Freude am Singen bis in die Gegenwart zu erhalten.

Mit derzeit 40 aktiven Sängerinnen und Sängern nimmt der Liederkranz mit seinen zahlreichen Auftritten und anderen Aktivitäten einen besonderen Platz in der dörflichen Gemeinschaft von Jagstheim ein. Vereine wie der Liederkranz Jagstheim sind deshalb aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben in unserer Stadt nicht mehr wegzudenken.

Das Jubiläum gibt mir Anlass, mich bei allen Mitgliedern für ihren unermüdlichen und gemeinnützigen Einsatz im Dienste unserer kommunalen Gemeinschaft zu bedanken.

Getreu dem Motto „Singen wird gemeinsam erst schön“ wünsche ich allen Mitgliedern und Freunden des Liederkranzes Jagstheim eine erfolgreiche Jubiläumsveranstaltung und weiterhin viel Freude am Singen.

Mit den besten Grüßen
Andreas Raab


Dem Liederkranz Jagstheim 1828 e.V. und seinen aktiven und passiven Mitgliedern gelten meine besten Glückwünsche zum stolzen 175jährigen Jubiläum. Alle Gäste und Freunde des Chorgesangs grüße ich sehr herzlich.

Soweit wir die Menschheitsgeschichte zurückverfolgen können, waren Gesang und Chorgesang wichtigste Ausdrucksformen der Musik - im weltlichen und im religiösen Bereich. Daran hat sich nichts geändert. Der Chorgesang ist bis heute eine der tragenden Säulen der Musik, insbesondere der Volksmusik geblieben.

Mit seinem nunmehr 175 Jahre währenden Wirken hat sich der Liederkranz Jagstheim große Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Lied- und Kulturgutes erworben. Die Auszeichnungen mit der Zelterplakette und der Konradin Kreuzer Tafel, auf die der Verein sehr stolz sein darf, machen dies mehr als deutlich.
Einst als reiner Männerchor gegründet, ist der mittlerweile gemischte Chor mit seinen vielfältigen Aufführungen eine wesentliche Bereicherung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Jagstheim und darüber hinaus. Mit seinem breit angelegten Programm bereitet dieser älteste unter den noch aktiven Vereinen in Crailsheim seinen Mitmenschen nicht nur viel Freude, sondern spendet auch Trost in den schweren Zeiten der Trauer und des Abschieds.

Einen Verein in unserer heutigen Freizeitgesellschaft erfolgreich zu führen, ist nicht einfach. Von den Verantwortlichen wird ein hoher zeitlicher und persönlicher Einsatz verlangt. Dem Liederkranz Jagstheim und all seinen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebührt deshalb besonderer Dank und Anerkennung für Ihren Dienst.

Dem Verein wünsche ich auch für die Zukunft viel Erfolg und eine glückliche Entwicklung. Den Festtagen wünsche ich einen harmonischen Verlauf.

Ulrich Stückle Landrat
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{slider=175-Jahrfeier: Grußwort des Ortsvorsteher Kurt Meiser}
Der Liederkranz Jagstheim 1828 e.V. feiert in diesem Jahr sein 175-jähriges Jubiläum.
Dazu entbiete ich allen Sängerinnen und Sängern, allen Mitgliedern sowie unseren Gästen einen herzlichen Willkommensgruß. Nur wenige Vereine können auf eine so lange Tradition zurückblicken. Der Liederkranz wurde in der Zeit gegründet, als die Freiheitskriege gegen Napoleon beendet waren und in unserem Vaterland allmählich Friedensverhältnisse einkehrten. Das Liederkranzjubiläum wird vom ganzen Stadtteil mitgetragen, daher freuen wir uns alle auf den Festabend und das darauffolgende Festwochenende. Schon vorab danke ich allen Verantwortlichen des Liederkranzes für die Ausrichtung des 175-jährigen Jubiläums.
Wie wichtig solche Feste sind, will ich persönlich wie folgt schildern:
Als gegen Ende des zweiten Weltkrieges auch nahe Jagstheim Bomben fielen und im Dorf Granaten einschlugen, wurden vielfach zum Schutze die Keller aufgesucht. In unserem Einfamilienhauskeller waren zeitweilig 9 Erwachsene und 2 Kinder in der feuchten Kühle. Auf den Mostfässern lagen Bretter und darauf Matratzen. Immer, wenn die Sirenen heulten und wir in den Keller mussten, war die Stimmung tief und die Angst groß. Dann wurde zur Ablenkung von schönen Tagen erzählt. So u.a. auch vom großen 100-jährigen Liederkranzjubiläum. Wir Kinder konnten nur erahnen, wie schön das gewesen sein musste.
Nicht umsonst steht in der Festschrift von 1953 "1928 konnte der Liederkranz das hundertjährige Bestehen begehen. Lebhaft ist dieses wohl gelungene Fest der älteren Generation des Dorfes in Erinnerung".
1953 beim 125-jährigen Jubiläum nahm ich als Jugendlicher teil und staunte, wie sich die Düll’sche Wiese verändert hatte. Es war für mich und meine Alterskameraden das erste große Fest nach dem Kriege im Ort. Es war wunderschön. Der Festzug war so ideenreich und selbst am Kinderfest spielte eine Kapelle.
Beim 150-jährigen Jubiläum im Jahre 1978, das über vier Tage begangen wurde und zugleich die 10-jährige freundschaftliche Verbindung mit der Stadtmusik Bludenz brachte, war für mich damals das "Nonplusultra". Vom abendlichen Thekendienst, zu dem ich eingeteilt war, blieben mir noch lange Zeit die interessanten Ge-spräche mit den vielen von auswärts gekommenen Jagstheimerinnen und Jagstheimern in bester Erinnerung. Hier wurde mir klar, was Heimat bedeutet.
Zum nun 175-jährigen Jubiläum darf ich Ihnen die Grüße des Ortschaftsrates Jagstheim und unserer Bürgerinnen und Bürger überbringen, was ich hiermit gerne tue.
In der frohen Hoffnung, dass das jetzige Fest sich den Vorgängerinnen anschließt und gleich gute Erinnerungen hernach haften verbleibe ich

Ortsvorsteher Kurt Meiser


Liebe Sänger und Sängerinnen!

Als König Saul in Depressionen verfiel, ließ man David holen. Der junge David spielte für Saul auf der Harfe und die Seele Sauls konnte aufatmen. Immer wieder fordern die Psalmbeter uns auf, Gott zu loben - auch um unsretwillen; denn das Gotteslob kann auch unsere kranken Seelen heilen.
So kann es in einem Psalm sogar heißen:
,,Du hast meine Klage verwandelt in einen Reigen."

Und schließlich steht bei Jesus Sirach, einem jüdischen Weisheitslehrer:
,,Wo es Musik und Gesang zu hören gibt, halte keine langen Reden! Es wäre der schlechteste Augenblick, deine Weisheit anzubringen. Musik zu einem Festmahl mit Wein ist wie ein Rubin in einem goldenen Schmuckstück. Wie ein Smaragd in einem goldenen Siegelring, so ist eine schöne Melodie zusammen mit einem guten Wein

Ich möchte also keine weiteren langen Reden halten, sondern vielmehr an dieser Stelle dem Liederkranz zu-nächst einmal danken:
Für die Mitgestaltung der Gottesdienste am Erntedankfest und am Volkstrauertag
Für die Begleitung bei traurigen und freudigen Anlässen.

Ich wünsche dem Liederkranz, jedem einzelnen Sänger und jeder einzelnen Sängerin Gottes Segen und weite-re gute 175 Jahre.


Liebe Freunde des Chorgesangs,

Sie feiern das 175jährige Jubiläum, wozu ich Ihnen - auch im Namen des gesamten Präsidiums des Deutschen Sängerbundes - herzliche Glückwünsche übermitteln möchte.

In die Glückwünsche möchte ich aber auch den Dank an die vielen Mitglieder Ihrer Vereinigung einschließen, die Jahr für Jahr ihre Arbeit vollbringen und damit einen bedeutenden Beitrag zur Pflege unseres Liedgutes leisten. Diese Arbeit kann nicht hoch genug bewertet werden.

Sie haben allen Grund auf Ihre Arbeit stolz zu sein. Alle, die vor Ihnen gearbeitet haben, und Sie selbst pflegen eine Tradition, die vielen Menschen eine Freude bereitet

Es ist schon wahr, dass der Gesang Werte pflegt, die in unserer technisierten Welt in der Gefahr stehen, ver-gessen zu werden. Wir sollten dem ganz energisch entgegenwirken. Wir sollten uns den Menschen zeigen und von unserer Arbeit sprechen. Sie sollen sehen, dass wir eine selbstbewusste Gemeinschaft sind, dass wir über die Grenzen hinweg Freunde gewinnen wollen und dass in unseren Reihen alle Altersgruppen, Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder ihren Platz finden und ihrer Neigung entsprechend Musik pflegen können.

Es wird uns niemand widersprechen können, wenn wir darauf hinweisen, dass die Gemeinschaft der
Chöre einen wertvollen Dienst auf dem Weg zu einer gewaltfreien Gesellschaft leistet.
In diesem Sinne wollen wir weiter arbeiten. Ich danke Ihnen nochmals für Ihre Arbeit und wünsche für
die Zukunft alles Gute.

Dr. Heinz Eyrich

Liebe Sängerinnen und Sänger des Liederkranz Jagstheim,

ich möchte Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche zum 175. Geburtstag Ihres Vereines übermitteln. Ihr Verein gehört mit zu den ältesten Chorvereinigungen im Schwäbischen Sängerbund. Sie können zu Recht stolz sein, in einer langen Tradition von begeisterten Sängerinnen und Sängern zu stehen, die die Freude am gemeinsamen Singen zusammenführte.

Als sich vor 175 Jahren die Chöre in Deutschland gründeten, waren es vor allem politische Ziele, die bei der Vereinsarbeit im Vordergrund standen. So hieß denn auch das Motto eines großen Sängerfestes: ,,Von Freiheit und Liedeslust". Was die Gründerväter Ihres Vereins nun letztendlich bewogen hat, den Liederkranz ins Leben zu rufen, wissen wir nicht mehr, Tatsache ist aber, dass es den Verantwortlichen in Ihrem Verein immer gelungen ist, selbst die schwierigsten Zeiten zu meistern und den Liederkranz mit Leben zu erfüllen.

Ich wünsche und hoffe, dass sich auch in heutiger Zeit immer genügend Menschen finden, die dieses Engagement weiterführen und bereit sind, ihre Kraft der ehrenamtlichen Arbeit zu widmen. Ich möchte mich sehr herzlich für diese Bereitschaft bedanken. Der Schwäbische Sängerbund wird Sie nach Kräften unterstützen und sich weiter für die Anerkennung ihrer unverzichtbaren Arbeit in der Gesellschaft einsetzen.

Das Wirken des Vereins ist aus dem Leben der Gemeinde Jagstheim nicht mehr wegzudenken. Ich wünsche und hoffe, dass Sie auch weiter vielen Menschen ein Stück Lebensfreude mit Ihrem Singen vermitteln und die Gemeinde mit musikalischem Leben erfüllen.

Ich wünsche dem Liederkranz Jagstheim für seine weitere Zukunft Erfolg und Glück. Den Jubiläumsfestlichkeiten wünsche ich einen guten Verlauf und allen Gästen viel Freude bei den Festlichkeiten.

Mit herzlichen Grüßen Ihr
Dr. Lorenz Menz
Präsident des Schwäbischen Sängerbundes


Einem der ältesten Gesangvereine in unserem Gau gratulieren die Sängerinnen und Sänger zwischen Rechenberg und Edelfingen ganz herzlich zum 175. Jubiläum. Wir alle freuen uns mit Ihnen an Ihrem großen Festtag und wünschen Ihnen von Herzen ein gutes Gelingen und erfolgreiche Tage im Juli bei Festakt und Dorffest

Seit 175 Jahren singt man im Liederkranz Jagstheim.
Musik ist eine Gottesgabe, die wir nicht hoch genug einschätzen können. Nicht nur, dass wir singen können - und ein jeder kann singen- der eine besser, der andere nicht ganz so rein - trotzdem weiß jeder um die Macht der Musik. Wenn wir im Freudentaumel sind, dann singen wir (meist recht laut). Mit Musik machen wir uns Mut: wir pfeifen im dunklen Wald oder trällern ein Liedchen, ängstliche Kinder singen wir in den Schlaf, Traurige trösten wir durch unseren Gesang. Lieder trösten und trocknen Tränen, heilen und helfen, lassen unser Herz jubilieren und jauchzen.
Dem Liederkranz Jagstheim wünsche ich, dass dies noch lange so sei und dass sich immer mehr Menschen finden, die das Singen als die Melodie des Herzens erfahren. Gut gesungen ist immer noch besser als nur gut zugehört.

Mit herzlichen Grüßen
Dieter Kleinhanß


Jubiläen dienen der Selbstdarstellung eines Vereins. Dabei betrac hten wir seine Gründung und Entwicklung in der Vergangenheit, seine Existenz in der Gegenwart und seine Ziele in der Zukunft.
Diese Gedanken haben auch die Planung des bevorstehenden Festes, des 175. Geburtstages des Liederkranzes Jagstheim, beeinflusst. Dass dabei die Gegenwart den breitesten Raum einnimmt, ist selbstverständlich, leben wir doch in ihr. Vergleicht man nun das Programm des vergangenen Chorfestes, nämlich des 150. Geburtstages im Jahre 1978, dann stellen wir fest, dass sich der Zeitgeschmack in unsere Chöre eingedrängt hat. Ein Wettlauf mit der modischen Musik der Hitlisten, dem jungen Geschmack und der populären Musik ist in Gang. Die Tendenzen sind verständlich: Wer will schon alte Mode tragen, außer sie sei so edel und zeitlos, dass man sie heute noch zu bewundern vermag. Die Losung für den Liederkranz kann deshalb nur heißen: Vielseitigkeit und Modernität. Die Kritiker sagen dazu allerdings Verflachung oder Gieren nach dem Geschmack der Breite. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Chor den Zugang zu seinem Publikum findet. Das ist die Gegenwart mit dem Blick auf ein zukünftiges Fortleben des Chores, den der Stadtteil Jagstheim mit seinen Menschen dringend braucht.
Was der Liederkranz und alle Gastchöre bei diesem Fest singen, das ist das Jubiläum, das ist die Vitalität von Jungen und Älteren im Chor.
Wie hat sich die Welt in den letzten Jahren rasant verändert - und was steht uns allen noch bevor?
Lasst uns durch Singen unser Leben bessern und den Andern Freude bereiten. Dabei sind unsere Darbietungen gleichsam ein Spiegelbild von uns. Ich wünsche dem Liederkranz Jagstheim, dass er seinen Spiegel zu jeder Zeit blank geputzt präsentiert.

Ihr
Alfred Bidlingmaier


Zum 175-jährigen Bestehen des Liederkranzes Jagstheim grüße ich alle Sängerinnen, Sänger, Chorleiter, Ehrengäste und Sangesfreunde auf das Herzlichste.

Mit Stolz und Freude kann der Liederkranz Jagstheim auf 175 Jahre Vereinsleben zurückblicken. Das Erbe von den Gründern unseres Vereins, das deutsche Liedgut zu pflegen, die Tradition des Dorfes und den daraus gewachsenen Gemeinschaftsgeist zu erhalten und zu stärken, ist auch gerade in der heutigen Zeit für uns Verpflichtung, Ansporn und Motivation zugleich, sich den immer neuen Herausforderungen zu stellen.

Mögen die Festveranstaltungen dazu beitragen, alte Freundschaften zu festigen und neue zu knüpfen sowie neue Freunde, besonders aus dem Kreis der Jugend, für die Chormusik zu gewinnen.

Den Mitgliedern des Vorstandes und Festausschusses sowie allen Helferinnen und Helfern sei an dieser Stelle für die Organisation und Durchführung der Festveranstaltung herzlich gedankt.

Allen Gästen des Liederkranzes Jagstheim wünsche ich schöne Festtage, frohe und angenehme Stunden in Jagstheim. Unserem Festakt, Festkon rt und Dorffest wünsche ich den erhofften Erfolg.

Die Worte des Jahres 1902 von unserem Schriftführer G. M. Herrmann sind auch mein Wunsch für die kommenden Jahre: „Und nun lieber Liederkranz, wenn du auch vielleicht nicht oft einen Preis bekommst, wenn nur deine Lieder gefallen und mein Wunsch sich erfüllt: Der Liederkranz Jagstheim wachse, blühe und gedeihe.“

Hermann Richter


Vereinsfahne Vorderseite                                  lkfahnevorne1.jpg                                                    Vereinsfahne Hinterseitelkfahnehinten1


Die Direktoren und Chorleiter des Liederkranzes Jagstheim
1828 - 1847 Christof Heinrich Bock, Schulrevisor, späterer Kronenwirt dahier (U Jan.1868)
1847 - 1850 Wilhelm Riegel, Unterlehrer
1850 - 1854 Unterlehrer Bleicher
1854 - 1856 Nun schien der Liederkranz einzuschlafen, da kein Direktor zu finden war
1856 - 1859 Unterlehrer A. Abelein
1860 - 1861 Unterlehrer Meier und Unterlehrer Gronbach
1862 - 1865 Müller
1866 - 1867 Maurer
1867 - 1880 Wurzer und Reyle, Bullinger, Laun
1875 - 1877 Herrmann Schocke aus Amerika, welcher immer seine Vakanzen in Jagstheim zubrachte
1882 - 1883 Eisenmann
1883 - 1894 Schullehrer Rührle (Vertreter: Lehrer Fluhrer und Amtsverweser Niklas)
1895 - 1902 Schullehrer Göller
1903 - 1910 Direktor Roller, Sohn Albert war zu unserer vollsten Zufriedenheit Vizedirigent
1910 - 1912 Pfarrer Bayer, Direktor A. Verweser Eisenmann, Direktion von Hugo Göller
1912 - 1927 Hauptlehrer Grobe
1919 - 1919 Lehrer Stähle (während der Kriegszeit des Herrn Grobe)
1926 - 1927 Lehrer Grib übernahm als Stellvertreter das Dirigentensamt
1927 - 1939 Pfarrer Fauter
1940 - 1946 Kriegs-Zwangspause
1947 - 1970 Karl Albrecht
1971 - 1977 Martin Schmid
1977 - 1981 Adolf Hemmrich
1980 - 1986 Georg Heyer, EugenPhillip immer wieder als Ersatz
1986 - 10/2006 Alfred Bidlingmaier
2006 - 2013 Irina Blumenstock
2013 - heute Rosalinde Bauer


Die Chorleiter*innen beim Projektchor "Der etwas andere Chor"
2007 - 2010 Rosalinde Bauer
2010 - 2011 Michael Pratz
2012 - heute Magdalena Dratwa


Erst ab 1895 wurde das Amt des Vorstandes vom Amt des Chorleiters (Direktors) getrennt. Davor hatte der Direktor (Chorleiter) beide Funktionen inne.
1895 - 1897 Heinrich Gelbing sen.
1897 - 1901 Heinrich Gelbing jun.
1906 - 1911 Eugen Herrmann
1912 - 1918 Fritz Bachmaier
1919 - 1922 Fritz Schweinefleisch
1923 - 1930 Georg Gelbing
1931 - 1937 Karl Schmidt
1937 - 1946 Otto Pfeiffer sen.
1947 - 1949 Georg Steinbrenner
1950 - 1951 Karl Espenlaub
1952 - 1953 Otto Kiesel
1953 - 1956 Georg Steinbrenner
1957 - 1982 Hans Fischer
1983 - 1998 Friedrich Zeller
1998 - 2000 Karin Staudenraus
2001 - heute Hermann Richter

Aloisia Brem †, Hilde Hanselmann, Fritz Leyh, Emma Müller †, Lore Treu, Georg Bück †, Günther Jäschke †, Lina Ludwig †, Renate Munz †, Hans Walter †, Friedrich Bullinger, Johanna Jäschke †, Heinz Luttenberger †, Emma Naßwetter †, Irmgard Walter †, Fritz Fetzer †, Irmgard Kleinheinz, Marga Luttenberger, Otto Pfeiffer †, Fritz Zeller †, Lydia Förster, Brunhilde Knirsch †, Rudolf Luttenberger sen. †, Horst Rück †, Marianne Zeller, Irmgard Glasbrenner †, Wilfried Knirsch †, Anna Müller †, Karl Treu †

Hilde Hanselmann, Fritz Leyh, Lore Treu, Friedrich Bullinger, Irmgard Kleinheinz, Marga Luttenberger, Lydia Förster, Marianne Zeller, 


Fritz Zeller † war bis 2021 der Ehrenvorsitzende des Liederkranz Jagstheim 1828 e.V.